Streichquartett der Kfz-Versicherungen

19. November 2016
rb_admin

expert-ing | Kfz-Ingenieurbüro Boskovski in Düsseldorf
Das Grund­prin­zip der kol­lek­ti­ven Risi­ko­über­nah­me von Kfz-Ver­si­che­run­gen, soll Geschä­dig­ten eine finan­zi­el­le Absi­che­rung im Scha­dens­fall bie­ten. Das dar­aus resul­tie­ren­de Ver­trau­en in die Ver­si­che­run­gen wird in den letz­ten Jah­ren immer wie­der durch rigi­de Scha­den­ab­wick­lun­gen erschüt­tert. Ver­si­che­rer neh­men will­kür­li­che Strei­chun­gen in Scha­den­gut­ach­ten vor, sodass Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht zu ihrem voll­stän­dig zuste­hen­den Scha­dens­er­satz­an­spruch gelan­gen. Bei jähr­lich rund 3,5 Mil­lio­nen Haft­pflicht­schä­den mit einem Volu­men von ~9,3 Mil­li­ar­den Euro, rech­net sich das Streich­kon­zert für die Ver­si­che­rer.

Scha­den­gut­ach­ten wer­den hier­bei inzwi­schen an exter­ne Prüf­ge­sell­schaf­ten wei­ter­ge­ge­ben, die durch eine stan­dar­di­sier­te Soft­ware will­kür­lich Strei­chun­gen vor­neh­men. Schnell kom­men dabei meh­re­re hun­dert Euro zusam­men, die Ihnen vom Regu­lie­rungs­be­trag abge­zo­gen wer­den. Belieb­te Streich­po­si­tio­nen sind hier­bei ins­be­son­de­re Werk­statt-Leis­tun­gen, die auf Grund­la­ge von bil­li­gen Kon­kur­renz­prei­sen ermit­telt wer­den. Dazu zählt u.a. die grund­sätz­li­che Höhe der Stun­den­ver­rech­nungs­sät­ze von mar­ken­ge­bun­de­nen und zer­ti­fi­zier­ten Werk­stät­ten, ent­ste­hen­de Neben­kos­ten zur fach­män­ni­schen Instand­set­zung und sons­ti­ge Arbeits­po­si­tio­nen.

Die exter­nen Prüf­ge­sell­schaf­ten sehen sich die Unfall­wa­gen meist nicht ein­mal an, son­dern defi­nie­ren nur wie viel ein Scha­den im Schnitt kos­ten darf. Im Anschluss wer­den ger­ne rigo­ros die Kos­ten für die Fahr­zeug­ver­brin­gung, Ersatz­tei­le und diver­se Lackier­po­si­tio­nen (Bei­la­ckie­rung, Lack­ma­te­ri­al, Farb­mus­ter und Farb­ton­fin­dung) gestri­chen. Nicht­streich­ba­re Posi­tio­nen wie z.B. die ent­stan­de­ne Wert­min­de­rung des Fahr­zeugs, der Wie­der­be­schaf­fungs­wert, die Repa­ra­tur­dau­er und der Rest­wert wer­den pau­schal ange­zwei­felt und mit einem gerin­ge­ren Wert bezif­fert, indem z.B. der Rest­wert anhand eines bun­des­wei­ten Ange­bots­ra­di­us ermit­telt wird, anstatt wie üblich anhand des Loka­len.

Durch die Anlas­tung der Regel­be­steue­rung von 19% MwSt., statt der Nut­zung der Dif­fe­renz­be­steue­rung mit 2,4% für älte­re Fahr­zeu­ge, wird der zu erstat­ten­de Gesamt­be­trag noch­mals erheb­lich ver­rin­gert. In eini­gen Fäl­len lohnt sich für die Ver­si­che­rer wie­der­um eine stra­te­gi­sche Anhe­bung der Repa­ra­tur­kos­ten, wenn dadurch das Fahr­zeug rein rech­ne­risch zu einem wirt­schaft­li­chen Total­scha­den wird.

Eine wei­te­re Masche von Ver­si­che­run­gen ist das sys­te­ma­ti­sche Hin­aus­zö­gern der Unfall­re­gu­lie­rung, bis der Geschä­dig­te mür­be­ge­macht wor­den ist. Auto­fah­rer scheu­en in sol­chen Fäl­len häu­fig den Gang zum Kadi, sodass sich die­ses Ver­hal­ten für Ver­si­che­run­gen mehr und mehr lohnt.

Zwei­ter Gut­ach­ter wird ein­ge­schal­tet

Bei hohen Scha­dens­sum­men sind Ver­si­che­run­gen geneigt einen zwei­ten Gut­ach­ter zur Scha­den­auf­nah­me zu beauf­tra­gen, der im Sin­ne der Ver­si­che­rung einen deut­lich gerin­gen Scha­den­wert ermit­telt, als dies der unab­hän­gi­ge Sach­ver­stän­di­ge getan hat. Die­ses alter­na­ti­ve Gut­ach­ten wird dem unab­hän­gi­gen Gut­ach­ten gegen­über­ge­stellt, um die ver­meint­lich zu hohe Scha­den­sum­me zu begrün­den. Der vom Geschä­dig­ten beauf­trag­te Sach­ver­stän­di­ge wird dadurch zum Abge­ben einer Stel­lung­nah­me gedrängt, die beim Ver­si­che­rer mit­un­ter nur zu einer Annä­he­rung in der Scha­dens­sum­me führt. Erst mit der Andro­hung einer gericht­li­chen Kla­ge, zie­hen Ver­si­che­rer die Vor­wür­fe einer zu hoch ermit­tel­ten Scha­dens­sum­me zurück.

Ver­si­che­rungs­neh­mer wer­den außer­dem im Scha­den­fall mit pfif­fi­gen Wer­be­slo­gans gekö­dert („Scha­den­re­gu­lie­rung in einem Rutsch”), die eine schnel­le und unkom­pli­zier­te Scha­den­ab­wick­lung sug­ge­rie­ren, ohne das ein Eigen­ein­satz erfor­der­lich zu sein scheint. Die­se Pra­xis wird unter der wohl­klin­gen­den Bezeich­nung „Akti­ves Scha­den­ma­nage­ment“ von Ver­si­che­rern ver­kauft. Die Fol­ge ist, dass Ihnen abhän­gi­ge Gut­ach­ter ver­mit­telt wer­den, die stets im Sin­ne der Ver­si­che­run­gen agie­ren und den Aus­zah­lungs­be­trag mög­lichst gering­hal­ten. Übli­cher­wei­se wird z.B. bei einem Fahr­zeug mit Total­scha­den ein wesent­lich höhe­rer Rest­wert fest­ge­hal­ten, der am Ende die Höhe der Aus­zah­lung auto­ma­tisch her­ab­setzt.

Not­wen­dig­keit eines Rechts­an­walts

An die­ser Stel­le zeigt sich die abso­lu­te Not­wen­dig­keit eines Rechts­an­walts, der Ihnen als Geschä­dig­ter recht­lich zusteht und des­sen Kos­ten von der geg­ne­ri­schen Ver­si­che­rung getra­gen wer­den. Die­ser zeigt Ihnen nicht nur die Ihnen zuste­hen­den Rech­te auf, son­dern über­nimmt auch die gesam­te Kom­mu­ni­ka­ti­on mit der zustän­di­gen Kfz-Ver­si­che­rung. Müs­sen trotz die­ser Abschre­ckungs­maß­nah­me gericht­li­che Schrit­te ein­ge­lei­tet wer­den, zie­hen sich Ver­si­che­rer meis­tens frei­wil­lig zurück und erfül­len die Ihnen zuste­hen­den Rech­te.

Im Fal­le eines tat­säch­li­chen gericht­li­chen Streit­falls, zeigt sich wie­der­um die Not­wen­dig­keit einer Rechts­schutz­ver­si­che­rung, die die gesam­ten Gerichts­kos­ten über­nimmt. Ver­si­che­rungs­ge­ber spe­ku­lie­ren näm­lich auf das Feh­len einer Ver­kehrs­rechts­schutz­ver­si­che­rung sei­tens des Geschä­dig­ten, sodass die Hür­de einer Kla­ge umso höher aus­fällt. Soll­ten Sie bei Ein­tritt eines Ver­kehrs­un­falls noch kei­ne sol­che Ver­si­che­rung abge­schlos­sen haben, bie­tet Ihnen die ARAG in Ver­bin­dung mit Haft­pflicht­fäl­len, den Abschluss einer nach­träg­li­chen Poli­ce.
Wir als B&B Inge­nieur­bü­ro agie­ren als unab­hän­gi­ge Kfz-Sach­ver­stän­di­ge, die im Scha­dens­fall die gesam­te Abwick­lung über­neh­men und Ihnen so zur Ein­for­de­rung des maxi­mal zuste­hen­den Scha­dens­er­satz­an­spruchs ver­hel­fen. Neh­men Sie Kon­takt mit uns auf!

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