Begriffe bei der Schadensregulierung

 
 

Haft­pflicht­gut­ach­ten: Bezeich­net eine recht­si­che­re, neu­tra­le und unab­hän­gi­ge Doku­men­ta­ti­on zur Ermitt­lung der Scha­dens­hö­he bei einem nicht ver­schul­de­ten Ver­kehrs­un­fall. Die­ses Gut­ach­ten beinhal­tet u.a. die fol­gen­den Infor­ma­tio­nen: Wie­der­be­schaf­fungs­wert des Fahr­zeugs, Repa­ra­tur­kos­ten nach Her­stel­ler­vor­ga­ben, Repa­ra­tur­dau­er, Miet­wa­gen­klas­se, Dau­er des Nut­zungs­aus­falls sowie Wert­min­de­rung, Wie­der­be­schaf­fungs­dau­er und Rest­wert des Fahr­zeugs. Die Kos­ten dafür wer­den von der geg­ne­ri­schen Ver­si­che­rung getra­gen.

 
 

Kos­ten­vor­anschlag: Dient einer vor­läu­fi­gen Ein­schät­zung der vor­aus­sicht­li­chen Repa­ra­tur­kos­ten, ohne dabei die Wert­min­de­rung und den Nut­zungs­aus­fall des Fahr­zeugs unter Betracht zu zie­hen. Die dafür anfal­len­den Kos­ten trägt der Auf­trag­ge­ber zunächst selbst, kann sich die­se aber i.d.R. bei einer tat­säch­li­chen Repa­ra­tur-Abrech­nung von der Kfz-Werk­statt anrech­nen las­sen. Vor­ab emp­fiehlt es sich Rück­spra­che mit der geg­ne­ri­schen Ver­si­che­rung zu hal­ten.

 
 

Haft­pflicht­scha­den: Ein Haft­pflicht­scha­den liegt bei Ihnen vor, wenn Sie in Ver­bin­dung mit einem Ver­kehrs­un­fall der Geschä­dig­te sind oder Ihr Fahr­zeug mut­wil­lig beschä­digt wor­den ist.

 
 

Teil-Kas­ko­scha­den: Im Fal­le eines Teil-Kas­ko­scha­dens durch Natur­phä­no­me­ne wie Hagel, Über­schwem­mung oder Sturm sowie bei Dieb­stahl und einem ent­ste­hen­den Brand, haben Sie den Anspruch auf Scha­dens­er­satz ent­spre­chend Ihrer Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen. Häu­fig beinhal­tet der Abschluss einer Teil-Kas­ko­ver­si­che­rung Ihres Fahr­zeugs eine Selbst­be­tei­li­gung. Genaue­re Infor­ma­tio­nen ent­hal­ten die AKBs der Ver­si­che­rungs­un­ter­la­gen.

 
 

Voll-Kas­ko­scha­den: Als Unfall­ver­ur­sa­cher kön­nen Sie die Kos­ten für die Repa­ra­tur Ihres Fahr­zeugs durch den Abschluss einer Voll-Kas­ko­ver­si­che­rungs­po­li­ce bei Ihrer Kfz-Ver­si­che­rung im vol­len Umfang gel­tend machen. Genaue­re Infor­ma­tio­nen ent­hal­ten die AKBs der Ver­si­che­rungs­un­ter­la­gen.

 
 

Anspruchs­be­rech­tig­ter: Der Anspruchs­be­rech­tig­te eines Fahr­zeugs ist der Fahr­zeug­ei­gen­tü­mer, nicht jedoch der im Fahr­zeug­schein ein­ge­tra­ge­ne Hal­ter oder Ver­si­che­rungs­neh­mer. Als Nach­weis gilt der Kauf­ver­trag und der Fahr­zeug­brief. Bei finan­zier­ten Fahr­zeu­gen ist die Dar­le­hen geben­de Bank Siche­rungs­ei­gen­tü­mer und somit anspruchs­be­rech­tigt. Bei geleas­ten Fahr­zeu­gen ist der Lea­sing­ge­ber der Eigen­tü­mer und somit anspruchs­be­rech­tigt. Um im Scha­dens­fall die Instand­set­zung im eige­nen Namen gel­tend machen zu kön­nen und um im Streit­fall eine Aktiv­le­gi­ti­ma­ti­on vor­le­gen zu kön­nen, muss eine Frei­ga­be beim jewei­li­gen Fahr­zeug-Eigen­tü­mer ein­ge­holt wer­den.

 
 

Repa­ra­tur­kos­ten (RK) : Die Repa­ra­tur­kos­ten stel­len eine Ein­schät­zung der gesam­ten Instand­set­zungs­kos­ten dar. Sie beinhal­ten die Kos­ten für benö­tig­te Ersatz­tei­le, Arbeits­löh­ne bzw. dem Repa­ra­tur­auf­wand (RA), Lackier­kos­ten und Neben­kos­ten für eine fach­ge­rech­te Instand­set­zung.

 
 

Mer­kan­ti­le Wert­min­de­rung (WM): Das ver­un­fall­te Fahr­zeug gilt selbst nach einer fach­ge­rech­ten Instand­set­zung als „Unfall­fahr­zeug“ und weist beim Ver­kauf i.d.R. einen gerin­ge­ren Wert auf, als ein unfall­frei­es Fahr­zeug. Die Wert­min­de­rung gilt als finan­zi­el­ler Aus­gleich.

 
 

Tech­ni­sche Wert­min­de­rung (TWM): Eine tech­ni­sche Wert­min­de­rung liegt vor, wenn bei einer fach­ge­rech­ten Instand­set­zung der Ursprungs­zu­stand des Fahr­zeugs nicht wie­der­her­ge­stellt wer­den kann oder wenn auf Grund des gerin­gen Fahr­zeug­wer­tes der Aus­tausch von Fahr­zeug­tei­len nicht gerecht­fer­tigt wäre.

 
 

Wie­der­be­schaf­fungs­wert (WBW): Bezeich­net den Wert, der für ein in der Aus­stat­tung und Zustand gleich­ar­ti­ges Fahr­zeug, auf dem regio­na­lem Markt, auf­ge­wen­det wer­den müss­te.

 
 

Wie­der­her­stel­lungs­auf­wand (WHA): Sum­me aus Repa­ra­tur­kos­ten und Wert­min­de­rung

 
 

Wie­der­be­schaf­fungs­auf­wand (WBA): Wie­der­be­schaf­fungs­wert minus Rest­wert

 
 

Rest­wert (RW): Bezeich­net den Wert, den das ver­un­fall­te Fahr­zeug im nicht repa­rier­tem Zustand auf­weist. Die Ermitt­lung erfolgt mit­tels einer Rest­wert­bör­se und stellt eine Moment­auf­nah­me zum Zeit­punkt der Ermitt­lung dar.

 
 

Wirt­schaft­li­cher Total­scha­den: Wie­der­her­stel­lungs­auf­wand ist grö­ßer als Wie­der­be­schaf­fungs­auf­wand

 
 

Tech­ni­scher Total­scha­den: Liegt vor, wenn das Fahr­zeug durch eine fach­ge­rech­te Repa­ra­tur tech­nisch nicht mehr in den Ursprungs­zu­stand ver­setzt wer­den kann bzw. die­se Repa­ra­tur wirt­schaft­lich nicht gerecht­fer­tigt wäre.

 
 

Neu für Alt (NfA): Bei unfall­be­ding­ten Repa­ra­tu­ren wer­den oft­mals Neu­tei­le gegen Alt­tei­le oder bereits leicht beschä­dig­te Tei­le ersetzt. Die NfA ist der Vor­teils­aus­gleich (Eigen­leis­tung) den ein Geschä­dig­ter ent­rich­ten muss, um die dadurch ent­stan­de­ne Wert­stei­ge­rung aus­zu­glei­chen.

 
 

Miet­wa­gen­klas­se: Bei einem unver­schul­de­ten Fahr­zeug­scha­den besteht, für die Dau­er der Repa­ra­tur, das Recht auf einen Miet­wa­gen. Die Kos­ten dafür trägt die geg­ne­ri­sche Ver­si­che­rung. Die Miet­wa­gen­klas­se rich­tet sich nach der Fahr­zeug­klas­se des ver­un­fall­ten Fahr­zeugs. Bei älte­ren Fahr­zeu­gen kann die Miet­wa­gen­klas­se um ein bis zwei Klas­sen her­ab­ge­setzt wer­den.

 
 

Nut­zungs­aus­fall­ent­schä­di­gung: Alter­na­tiv zum Miet­fahr­zeug kann eine Nut­zungs­aus­fall­ent­schä­di­gung in Anspruch genom­men wer­den. Die­se rich­tet sich wie bei der Miet­wa­gen­klas­se, nach der Klas­se des ver­un­fall­ten Fahr­zeugs. Der Anspruch auf den Nut­zungs­aus­fall gilt erst nach der Fahr­zeug­re­pa­ra­tur. Die fach­ge­rech­te Repa­ra­tur lässt sich durch eine Repa­ra­tur­be­stä­ti­gung des KFZ-Sach­ver­stän­di­gen oder durch die Repa­ra­tur­rech­nung der Werk­statt bele­gen.

 
 

Vor­hal­te­kos­ten: Alter­na­tiv zum Miet­fahr­zeug kann ein Gewer­be­trei­ben­der Vor­hal­te­kos­ten berech­nen, sofern ihm ein Ersatz­fahr­zeug zur Ver­fü­gung steht. Dient ein Fir­men­fahr­zeug zur unmit­tel­ba­ren Gewinn­ermitt­lung, kön­nen auch durch den Nut­zungs­aus­fall ent­gan­ge­ne Gewin­ne sowie Kos­ten des nicht ein­satz­fä­hi­gen Fahr­zeugs, gel­tend gemacht wer­den.

 
 

Repa­ra­tur­dau­er: Bezeich­net die vor­aus­sicht­li­che Repa­ra­tur­dau­er einer sach- und fach­ge­rech­ten Instand­set­zung, ohne die Ein­be­rech­nung von unvor­her­ge­se­he­nen Ver­zö­ge­run­gen. Die Repa­ra­tur­dau­er dient als Grund­la­ge für die Bestim­mung des Nut­zungs­aus­falls und der Vor­hal­te­kos­ten.

 
 

Wie­der­be­schaf­fungs­dau­er: Bezeich­net die vor­aus­sicht­li­che Dau­er für den Erwerb eines Ersatz­fahr­zeugs am regio­na­len Markt. Die Wie­der­be­schaf­fungs­dau­er hat erst Rele­vanz, wenn das ver­un­fall­te Fahr­zeug ver­äu­ßert wer­den soll oder ein Total­scha­den vor­liegt.

 
 

Not­re­pa­ra­tur: Dem Geschä­dig­ten obliegt eine Scha­den­min­de­rungs­pflicht, die die Dau­er der Aus­fall­zeit des Fahr­zeugs durch eine Not­re­pa­ra­tur redu­ziert. Not­re­pa­ra­tu­ren wer­den durch­ge­führt, wenn Ersatz­tei­le oder Ersatz­fahr­zeu­ge außer­ge­wöhn­lich schwer zu beschaf­fen­den sind bzw. die Wie­der­her­stel­lung der Ver­kehrs­si­cher­heit außer­ge­wöhn­lich viel Zeit in Anspruch neh­men wür­de.

 
 

Alt­scha­den: Ein Alt­scha­den ist ein nicht repa­rier­ter Fahr­zeug­scha­den.

 
 

Vor­scha­den: Ein Vor­scha­den ist ein repa­rier­ter Alt­scha­den. Dabei zu unter­schei­den ist von einer fach­ge­rech­ten und einer ord­nungs­ge­mä­ßen Repa­ra­tur eines Fahr­zeug­scha­dens.

 
 

Mehr­wert­steu­er: Die MwSt. wird nur dann ersetzt, wenn sie tat­säch­lich ange­fal­len ist (§ 249 II 2 BGB) — also bei der Vor­la­ge einer Repa­ra­tur­rech­nung. Die MwSt. für Dienst­leis­tun­gen eines Gut­ach­ters oder Rechts­an­wal­tes, wird für Nicht­selb­stän­di­ge bei einem Haft­pflicht­scha­den von der Kfz-Ver­si­che­rung begli­chen. Selb­stän­di­ge Per­so­nen über­neh­men die MwSt.-Zahlung, kön­nen die­se jedoch bei Ihrem Finanz­amt wie­der ein­for­dern.

 
 

Steu­er­satz: Fahr­zeu­ge bis zum Alter von 2 Jah­ren und Fir­men­fahr­zeu­ge, wer­den übli­cher­wei­se mit dem Regel­steu­er­satz bemes­sen (19% MwSt.); Gebraucht­fahr­zeu­ge bis zum Alter von 5 Jah­ren, wer­den übli­cher­wei­se dif­fe­renz­be­steu­ert (2–2,4% MwSt.); älte­re Fahr­zeu­ge gel­ten als steu­erneu­tral (0% MwSt.), da sie nur auf dem Pri­vat­markt erhält­lich sind.

 
 

Werk­statt­wahl: Für eine ord­nungs­ge­mä­ße Repa­ra­tur des Fahr­zeugs, muss eine Mar­ken­werk­statt oder ein qua­li­fi­zier­ter Refe­renz­be­trieb aus­ge­wählt wer­den.

 
 

Repa­ra­tur­be­stä­ti­gung: Die Repa­ra­tur­be­stä­ti­gung dient als Nach­weis einer sach- und fach­ge­rech­ten Instand­set­zung des Fahr­zeugs und schützt den Geschä­dig­ten außer­dem vor Schwie­rig­kei­ten in Ver­bin­dung mit künf­ti­gen Unfäl­len, ins­be­son­de­re dann, wenn die sel­be Scha­dens­stel­le erneut betrof­fen wäre.

 
 

Excel-Tool zur Berechnung der Schadenersatzansprüche

Zur ein­fa­chen Berech­nung Ihrer Scha­dens­er­satz­an­sprü­che, stel­len wir Ihnen ein prak­ti­sches Excel-Tool zum Down­load zur Ver­fü­gung: Berech­nung-des-Scha­den­re­gu­lie­rungs­an­spru­ches-nach-einem-unver­schul­de­ten-Ver­kehrs­un­fall

 

Verlauf der Fahrzeuginstandsetzung

(alle Anga­ben sind ohne Gewähr)

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