Wertbestimmung von Gebrauchtfahrzeugen

6. November 2016
rb_admin

expert-ing | Kfz-Ingenieurbüro Boskovski in Düsseldorf
Wer schon ein­mal auf der Suche nach einem Gebraucht­wa­gen zum Schnäpp­chen­preis war oder sei­nen Gebrauch­ten zum Höchst­preis ver­kau­fen woll­te, weiß wie kom­pli­ziert es sein kann, einen ange­mes­se­nen Wert zu ermit­teln. Es gilt schließ­lich dut­zen­de Indi­ka­to­ren zu berück­sich­ti­gen, die einen Ein­fluss auf die Wert­schät­zung haben.

Fahr­zeug­lis­ten von ADAC, Schwa­cke und ande­ren Anbie­tern, ermit­teln zwar einen durch­schnitt­li­chen Markt­preis, der als gute Ori­en­tie­rung dient aber von wei­te­ren indi­vi­du­el­len Fak­to­ren beein­träch­tigt wird. Hin­zu kommt der Umstand, dass sich die durch­schnitt­li­chen Prei­se beim Händ­ler stark von denen am Lokal­markt sowie vom Regio­nal­markt und wei­ter­hin von den soge­nann­ten Ankaufs­prei­sen unter­schei­den. Kurz gesagt gilt daher: Der Wert eines Gebraucht­fahr­zeugs ent­spricht exakt dem Preis, den der Kun­de bereit ist zu zah­len.

Mar­ken­ein­fluss und Kilo­me­ter­stand

Was ist laut Defi­ni­ti­on eigent­lich ein Gebraucht­wa­gen? Ein Gebraucht­wa­gen muss älter als 12 Mona­te ab Her­stel­lungs­da­tum sein und min­des­tens einen Vor­be­sit­zer auf­wei­sen. Davon abwei­chend gel­ten Tages­zu­las­sung gemein­hin nicht als Gebraucht­wa­gen, da sie fak­tisch nie im tat­säch­li­chen Gebrauch waren. Inner­halb der ers­ten 4 – 5 Jah­re ver­lie­ren die meis­ten Fahr­zeu­ge 50% ihres Neu­wer­tes. Aller­dings hängt die­ser Wert stark von der jewei­li­gen Auto­mar­ke bzw. des Fahr­zeug­typs ab. Mit hoch­prei­si­gen Fahr­zeug­mar­ken wie z.B. Por­sche, Mer­ce­des und Land­ro­ver ver­lie­ren Sie weni­ger an Wert, wie mit Fahr­zeu­gen der Mar­ken Opel, Citro­ën und Fiat. Die Far­be der Lackie­rung hat auch maß­geb­li­chen Ein­fluss auf das Inter­es­se der Käu­fer – schwarz und grau sind deut­lich belieb­ter als grel­le Far­ben wie rot und grün.

Die Aus­wir­kung der Mar­ke auf den Wert rela­ti­viert sich jedoch mit zuneh­men­der Lauf­leis­tung, da die­se neben dem Bau­jahr und der Erst­zu­las­sung der wich­tigs­te Indi­ka­tor für den Preis dar­stellt. Der Kilo­me­ter­stand gibt näm­lich Aus­kunft dar­über, wie stark das Auto abge­nutzt ist, wie hoch die zu erwar­ten­de rest­li­che Lebens­dau­er sein wird und wie inten­siv die War­tung aus­fal­len wird. Gera­de für Fahr­zeu­ge mit gerin­gen Betriebs­kos­ten besteht eine gro­ße Nach­fra­ge. Ab etwa 30 Jah­ren seit Her­stel­lungs­da­tum erhöht sich die­ser Wert jedoch wie­der, da die tech­ni­sche Aus­stat­tung und sicher­heits­re­le­van­te Merk­ma­le gegen­über dem Inter­es­se als his­to­risch wert­vol­les Gut als weni­ger wich­tig erschei­nen.

Aus­stat­tungs­merk­ma­le und äußer­li­cher Zustand

Natür­lich spielt auch die Aus­stat­tung des Fahr­zeugs eine gewich­ti­ge Rol­le bei der Ermitt­lung des Gebraucht­wa­gen­prei­ses. Feh­len ele­men­ta­re Aus­stat­tungs­ele­men­te drückt dies den Preis. So wird z.B. eine Kli­ma­an­la­ge heut­zu­ta­ge meis­tens als unver­zicht­bar ange­se­hen, wäh­rend hin­ge­gen eine außer­ge­wöhn­li­che Luxus­aus­stat­tung oder Tuning-Ele­men­te in einem Mit­tel­klas­se­wa­gen für poten­ti­el­le Käu­fer von gerin­ge­rem Inter­es­se sind. Han­delt es sich um ein ver­un­fall­tes Fahr­zeug hat dies erheb­li­chen Ein­fluss auf den zu erzie­len­den Ver­kaufs­preis. Selbst repa­rier­te Schä­den in einer Fach­werk­statt füh­ren durch die soge­nann­te mer­kan­ti­le Wert­min­de­rung (WM) zu einem Ver­lust der Attrak­ti­vi­tät. Auch beim Aus­tausch von defek­ten durch neue Fahr­zeug­tei­le, stei­gert sich der Wert nur zu etwa 50% der Anschaf­fungs­kos­ten des neu­en Ersatz­teils.

Hin­ge­gen lässt sich durch ein sau­ber gepfleg­tes Scheck­heft genau­so ein bes­se­rer Preis erzie­len, wie durch einen gepfleg­ten Innen­raum, gerin­ge Gebrauchs­spu­ren auf der Außen­haut und maxi­mal vier Jah­re alte Auto­rei­fen mit maxi­ma­ler Pro­fil­tie­fe. Die­se Merk­ma­le las­sen auf einen pflicht­be­wuss­ten Vor­be­sit­zer schlie­ßen, sodass ver­steck­te Män­gel eher nicht zu erwar­ten sind. Je mehr Vor­be­sit­zer jedoch in der Zulas­sungs­be­schei­ni­gung ver­merkt sind, des­to mehr wird der Wer­de­gang des Fahr­zeugs ver­wischt und der Höchst­preis sinkt wie­der. Natür­lich lässt ein Rau­cher­fahr­zeug außer­dem das Kauf­in­ter­es­se deut­lich sin­ken. Mit einer gera­de durch­ge­führ­ten Haupt­un­ter­su­chung kön­nen Sie aller­dings beim Inter­es­sen­ten punk­ten, da der Käu­fer kei­ne bald anste­hen­den Zusatz­kos­ten zu erwar­ten hat.

Auf Grund der Fül­le an Details, die es zu beach­ten gilt und die wir hier nur grob erläu­tern konn­ten, lohnt sich beim Kauf und Ver­kauf eines Gebraucht­wa­gens ein qua­li­fi­zier­tes Gut­ach­ten eines Kfz-Sach­ver­stän­di­gen. Das B&B Inge­nieur­bü­ro küm­mert sich ger­ne um die Anlie­gen rund um Ihr Fahr­zeug.

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